Die Klimavorgaben für Gebäude werden konkreter. Zwar gibt es auf EU-Ebene keine pauschale Sanierungspflicht für einzelne Hausbesitzer, doch Deutschland muss die neue Gebäuderichtlinie bis zum 29. Mai 2026 in nationales Recht überführen. Zugleich steht der Gebäudesektor wegen des deutschen Klimaziels von minus 65 Prozent bis 2030 und zuletzt wieder gestiegener Emissionen weiter unter Druck. Für Eigentümer unsanierter Häuser lohnt sich deshalb jetzt der ehrliche Vergleich: modernisieren oder verkaufen.
Welche Anforderungen gelten für ältere Immobilien in Augsburg bereits?
Eigentümer von älteren Immobilien in Augsburg müssen nicht sofort umfassende Sanierungen vornehmen. Das Gebäudeenergiegesetz legt jedoch spezifische Nachrüstungsverpflichtungen fest: Unter bestimmten Bedingungen ist eine Dämmung der obersten Geschossdecke oder des Dachs erforderlich, wobei ein U-Wert von 0,24 W/(m²K) für die Geschossdecke vorgeschrieben ist. Viele ältere Öl- und Gasheizkessel dürfen nach 30 Jahren nicht mehr betrieben werden; eine Ausnahme bilden insbesondere Niedertemperatur- und Brennwertkessel. „In selbst genutzten Ein- und Zweifamilienhäusern greifen einzelne Verpflichtungen häufig erst nach einem Eigentümerwechsel, dann in der Regel mit einer Zweijahresfrist“, erläutert Peter Wolkersdorfer, Geschäftsführer von ImmoProfi Immobilien Augsburg. Gleichzeitig dürfen bestehende Heizungen aktuell grundsätzlich weiter betrieben und repariert werden.
Wann ist eine Modernisierung in Augsburg sinnvoll?
Ob sich eine Modernisierung in Augsburg lohnt, hängt vor allem von der Nutzungsdauer, der finanziellen Situation und dem Zustand der Immobilie ab. „Für die Komplettsanierung eines 130-Quadratmeter-Einfamilienhauses kalkuliert co2online je nach Heizsystem grob 130.000 bis 146.000 Euro“, erklärt Peter Wolkersdorfer. Förderungen können die Belastung jedoch erheblich mindern: Über die KfW sind bis zu 150.000 Euro Kredit je Wohneinheit mit Tilgungszuschüssen von 5 bis 45 Prozent möglich, und für eine klimafreundliche Heizung sind Zuschüsse bis zu 70 Prozent vorgesehen. BAFA-Zuschüsse für die Gebäudehülle beginnen bei 15 Prozent und steigen mit einem individuellen Sanierungsfahrplan auf bis zu 20 Prozent; auch die Energieberatung selbst wird zu 50 Prozent bezuschusst. Für Eigentümer, die ihre Immobilie langfristig behalten möchten, kann ein schrittweiser Sanierungsplan daher sinnvoll sein.
Warum werden unsanierte Immobilien in Augsburg kritischer bewertet?
Beim Verkauf einer Immobilie spielt die Energiebilanz zunehmend eine Rolle. „ImmoScout24 zeigt für Eigentumswohnungen von 2021 bis Ende 2025 eine Erhöhung von 13 Prozent in Klasse A und eine Reduzierung von 12 Prozent in den Klassen G und H“, so Wolkersdorfer. Bei Einfamilienhäusern ist der Effekt moderater, doch seit 2023 sinken die Preise der schwächsten Klassen ebenfalls. Das Kiel Institut beziffert den Preisunterschied zwischen Eigentumswohnungen der Klassen A+/A und D/E auf etwa 650 Euro je Quadratmeter. Auch wenn Häuser und Wohnungen am Markt unterschiedlich reagieren, liegt eine Schlussfolgerung nahe: „Wer nur eine kurze Resthaltedauer plant, hohe Investitionen scheut oder eine Immobilie mit großem Sanierungsstau besitzt, für den kann ein rechtzeitiger Verkauf wirtschaftlich vernünftiger sein als eine kostspielige Rundumerneuerung“, sagt Wolkersdorfer.
Sie sind unsicher, ob eine Modernisierung oder ein Verkauf für Ihre Immobilie in Augsburg der bessere Weg ist? Wir bewerten Ihre Immobilie realistisch und zeigen Ihnen, welche Entscheidung wirtschaftlich zu Ihrer Situation passt.
Hinweise
In diesem Text wird aus Gründen der besseren Lesbarkeit das generische Maskulinum verwendet. Weibliche und anderweitige Geschlechteridentitäten werden dabei ausdrücklich mitgemeint, soweit es für die Aussage erforderlich ist.
Rechtlicher Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Steuer- oder Rechtsberatung im Einzelfall dar. Bitte lassen Sie die Sachverhalte in Ihrem konkreten Einzelfall von einem Rechtsanwalt und/oder Steuerberater klären.
Foto: © Wordliner/Bild erstellt mit OpenAI’s Dall-E
AEM_EIG_5








