Verkaufen in Top-Zustand oder doch zum Schnäppchenpreis? Viele Eigentümer fragen sich vor dem Immobilienverkauf, ob sich eine Renovierung kurz vor dem Verkauf noch lohnt oder ob sie das Haus besser unrenoviert mit einem Preisnachlass anbieten sollten.
Erstkontakt: Was potenzielle Käufer abschrecken kann
Immobilieninteressenten in Augsburg und Umgebung treffen oft intuitive Entscheidungen – der allererste Eindruck ist entscheidend für Sympathie oder Ablehnung. „Wenn Tapeten vergilbt sind oder ein Keller modrig riecht, entsteht bei Besichtigungen ein negatives Gefühl“, erklärt Peter Wolkersdorfer, Geschäftsführer von ImmoProfi Immobilien Augsburg. Selbst oberflächliche Mängel, die leicht behoben werden können, wie durch einen frischen Anstrich, saubere Fenster oder einen gepflegten Garten, können das Erscheinungsbild des Hauses erheblich verbessern und es einladender wirken lassen.
Deutlich problematischer sind jedoch erhebliche Mängel. „Ein undichtes Dach, eine veraltete Heizung oder Feuchtigkeit im Mauerwerk schrecken ab, da sie hohe Sanierungskosten nach sich ziehen“, so Wolkersdorfer weiter. Solche größeren Probleme lassen sich nicht einfach durch einen höheren Verkaufspreis ausgleichen. Daher ist es wichtig, zu unterscheiden: Welche Probleme sind nur kosmetisch und lassen sich mit geringem Aufwand beheben, und welche Mängel mindern den Immobilienwert erheblich aufgrund der notwendigen, kostspieligen Maßnahmen?
Beispielhafte Berechnung: Der Wert von Renovierungen
Ein Beispiel: Im modernisierten Zustand könnte eine Immobilie in Augsburg möglicherweise für 300.000 Euro verkauft werden. Ohne Sanierung läge der Preis hingegen um 20.000 bis 30.000 Euro niedriger, also bei etwa 270.000 Euro. „Wenn ein Eigentümer 20.000 Euro in die Modernisierung investiert, könnte der Verkaufspreis auf etwa 330.000 Euro steigen“, erläutert Peter Wolkersdorfer. Nach Abzug der Kosten bliebe ein Gewinn.
Diese Kalkulation ist jedoch nur sinnvoll, wenn die Maßnahmen fachgerecht und zielgruppenorientiert durchgeführt werden. „Wer an der falschen Stelle spart oder den Geschmack der potenziellen Käufer nicht trifft, riskiert, dass der angestrebte Preisaufschlag nicht erzielt wird“, warnt Wolkersdorfer. Eine Sanierung vor dem Verkauf lohnt sich nur, wenn sie den Gesamteindruck verbessert und vom Markt mit einem entsprechenden höheren Angebot honoriert wird.
Marktbedingungen: Verkaufen im Ist-Zustand oder modernisieren?
Ob sich eine Renovierung rentiert, hängt stark von der Marktlage ab. „In einer Boomphase mit hoher Nachfrage finden selbst unscheinbare Immobilien schnell einen Käufer“, erklärt Wolkersdorfer. Ist der Markt jedoch entspannt und das Angebot groß, kann eine frisch renovierte Immobilie den entscheidenden Vorteil bieten. Einige Käufer suchen gezielt nach renovierungsbedürftigen Objekten, um diese kostengünstig zu erwerben und nach eigenen Vorstellungen zu modernisieren, während andere bereit sind, für ein bezugsfertiges Zuhause mehr zu zahlen.
Am Ende muss jeder Verkäufer den Aufwand und den möglichen Nutzen sorgfältig abwägen und sich gegebenenfalls fachkundigen Rat einholen. Je nach Lage kann sowohl ein Verkauf im Ist-Zustand als auch eine vorherige Renovierung die bessere Wahl sein.
Unentschlossen? Wir bewerten wir Ihre Immobilie im aktuellen Zustand und ermitteln, welchen Verkaufspreis Sie mit und ohne Modernisierung erzielen könnten. Kontaktieren Sie uns per E-Mail oder Telefon – wir helfen Ihnen, die richtige Entscheidung zu treffen.
Hinweise
In diesem Text wird aus Gründen der besseren Lesbarkeit das generische Maskulinum verwendet. Weibliche und anderweitige Geschlechteridentitäten werden dabei ausdrücklich mitgemeint, soweit es für die Aussage erforderlich ist.
Rechtlicher Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Steuer- oder Rechtsberatung im Einzelfall dar. Bitte lassen Sie die Sachverhalte in Ihrem konkreten Einzelfall von einem Rechtsanwalt und/oder Steuerberater klären.
Foto: © Brett Jordan/Unsplash.com
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